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Lesenswerte Texte

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Was ist gute Literatur?

Das ist der Titel eines sehr guten Buches von Hans-Dieter Gelfert. Beck'sche Reihe, € 12,95, ISBN 978-3406604867


Texte, die bereits auf der Startseite standen

Seneca

"Glücklich ist nicht, wer andern so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält."

gefunden bei http://www.gratis-spruch.de/index.php


Douglas Adams

"Es ist eine bedeutende Tatsache, dass die Dinge nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen. Zum Beispiel waren die Menschen auf dem Planeten Erde immer der Meinung, sie seien intelligenter als die Delfine, weil sie so vieles zustande gebracht hatten - das Rad, New York, Kriege und so weiter, während die Delfine doch nichts weiter taten, als im Wasser herumzutoben und es sich wohl sein zu lassen. Aber umgekehrt waren auch die Delfine der Meinung, sie seien intelligenter als die Menschen, und zwar aus genau den gleichen Gründen."

(gefunden in "Hirschhausens Sprechstunde" auf stern.de).


Henry Louis Mencken

"Für jedes komplexe Problem gibt es eine Lösung, die einfach, bestechend und falsch ist."


Dieter Nuhr

"Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten."


Bertolt Brecht

1.Wem nützt der Satz?
2.Wem zu nützen gibt er vor?
3.Zu was fordert er auf?
4.Welche Praxis entspricht ihm?
5.Was für Sätze hat er zur Folge? Was für Sätze stützen ihn?
6.In welcher Lage wird er gesprochen? Von wem?
(Brecht, WA 20, S. 174)


Heinz Erhardt

darf man nicht zitieren, das wird zu teuer


Bertolt Brecht

Die Frage, ob es einen Gott gibt

Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte: " Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann könnten wir die Frage fallenlassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so behilflich sein, daß ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott."
(Geschichten von Herrn Keuner)


Gustav Mahler

"Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche" G. Mahler (1860-1911)

ähnlich auch von Th. Morus, B. Franklin, J. Jaures, R. Huch, Johannes XXIII.
siehe http://www.helmut-zenz.de/hztradit.html
und http://www.zitate-online.de/literaturzitate/allgemein/18639/tradition-ist-nicht-das-halten-der-asche.html


Günter Eich

Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht,
die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind,
wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder,
die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

Aus: Günter Eich, Träume. Hörspiel, entstanden 1950, gesendet 1951, veröffentlicht im Suhrkamp Verlag.


Ernst Jandl

 Lichtung

	manche meinen
	lechts und rinks
	kann man nicht
	velwechsern.
	werch ein illtum!

sonstige Texte

Robert Gernhardt

Das Buch

Ums Buch ist mir nicht bange.
Das Buch hält sich schon lange.
Man kann es bei sich tragen
und überall aufschlagen.
Sofort und ohne Warten,
kann man das Lesen starten.
Im Sitzen, Stehen, Knien,
ganz ohne Batterien.
Beim Fliegen, Fahren, Gehen.
Ein Buch bleibt niemals stehen.
Beim Essen, Kochen, Würzen.
Ein Buch kann nicht abstürzen.
Die meisten ander´n Medien,
tun sich von selbst erledigen.
Kaum sind sie eingeschaltet,
heißt´s schon, sie sind veraltet.
Und nicht mehr kompatibel
"Marsch in den Abfallkübel!"
Zu Bändern, Filmen, Platten,
die wir einst gerne hatten.
Und die nur noch einen Dreck sind,
weil die Geräte weg sind
und niemals wiederkehren,
gibt´s nichts zu sehn, zu hören.
Es sei denn, man ist klüger
und hält sich gleich an Bücher,
die noch in hundert Jahren,
das sind, was sie einst waren.
Schön lesbar und beguckbar.
So stehn sie unverruckbar,
in Schränken und Regalen
und die Benutzer strahlen:
"Ha´m die sich gut gehalten!"
Das Buch wird nicht veralten.

(http://www.deanita.de/buecher07.htm)


Erich Fried

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung

Es ist was es ist
sagt die Liebe

(http://www.erichfried.de/Was%20es%20ist.htm)


Manfred Hausmann

Er möchte gerne wissen,was Kunst ist

„Muttihi?“ fragt Martin.

„Ja?“

„Mutti, was is einlich Kunst?“

Einen Augenblick fühlt die Mutter sich versucht, die unbehagliche Frage mit der Redensart, das verstünde er noch nicht, abzutun. Aber dann schämt sie sich ihrer Bequemlichkeit und beginnt dem Jungen das Wesen der Kunst darzulegen, so gut sie's eben vermag. Zuerst weist sie ihn auf die Cembalo- und Blockflötenmusik hin, die sie abends mit Christoph und Görge aufzuführen pflegt. Dann erklärt sie ihm, was es mit der Bemühung eines Malers auf sich hat, zum Beispiel vermittels eines Blumenstraußes, den er darstellt, seine Freude oder seine Schwermut auszudrücken, merkt aber, dass da verschiedene Fragen auftauchen, über die sie sich selbst noch nicht recht klar ist, und geht lieber zur Dichtkunst über. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Bewandtnisse hier noch schwieriger sind als dort.

So sagt sie schließlich: „Weißt du, Martin, ich denke mir, dass jeder Künstler ein bisschen was vom lieben Gott hat. Ob er nun mit Tönen oder Farben oder mit Worten arbeitet, immer erschafft er etwas, was vorher so noch nicht da war und was schön und richtig ist und eine Ordnung und ein Leben und eine Seele in sich hat. Und das nennt man Kunst. Ob du wohl verstehst, wie ich's meine?“

„Hja“, sagte Martin. „Un was is nun Kunstdünger?"

(aus: Manfred Hausmann, Martin )

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